20.04.2026
Jahresrückblick 2025
Die OeBFA freut sich, den Jahresrückblick 2025 präsentieren zu dürfen, der Auskunft über die Finanzierungsaktivitäten und das Schuldenportfolio der Republik Österreich gibt. Zudem finden sich darin wesentliche Wirtschaftskennzahlen, ein Ausblick für das laufende Jahr (inklusive eines Vorworts unseres Bundesministers für Finanzen) und die aktuellsten Wirtschaftsprognosen.
Highlights:
- Die Österreichische Bundesfinanzierungsagentur blickt auf ein sehr erfolgreiches und dynamisches Emissionsjahr 2025 zurück:
- In Summe emittierte die Republik Österreich 45,0 Mrd. EUR an Bundesanleihen. Das ausstehende Volumen an kurzfristigen Finanzierungen lag per Ende 2025 bei 19,6 Mrd. EUR und damit um 2,8 Mrd. EUR unter dem Vorjahreswert.
- Die volumensgewichtete Bid-Cover-Ratio bei Auktionen erhöhte sich im Jahr 2025 mit 2,6x im Vergleich zum Vorjahr (2024: 2,4x). Bei Syndizierungen war mit einer durchschnittlich 8,9-fachen Überzeichnung eine weitere Zunahme der Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr (8,0x) zu verzeichnen. Das entschlossene Bestreben der Regierung, das EU-Defizitverfahren zu beenden, trug in Verbindung mit einem stärker als erwarteten Wirtschaftswachstum und Österreichs hervorragendem Ruf als zuverlässiger Emittent maßgeblich zur robusten Nachfrage seitens der Investoren bei.
- Im Jahr 2025 erfolgten in Summe Schuldaufnahmen des Bundes in Höhe von 76,4 Mrd. EUR zu einer Verzinsung von durchschnittlich 2,48 % p.a. und damit deutlich unter dem Vorjahr (2,86 % p.a.). Die durchschnittliche Laufzeit der Neuaufnahmen lag mit 8,49 Jahren unter der durchschnittlichen Laufzeit von 8,79 Jahren in 2024. Die durchschnittliche Restlaufzeit des Finanzschuldportfolios des Bundes lag per Jahresende 2025 bei 11,45 Jahren (Vorjahr: 11,36 Jahre). Die Strategie der vergangenen Jahre, eine relativ lange Restlaufzeit beizubehalten und damit das Zins- und Refinanzierungsrisiko Österreichs zu begrenzen, machte sich in einem Umfeld höherer Renditen bezahlt und sorgte dafür, dass sich die Effektivverzinsung des Schuldenportfolios nur moderat von 1,91 % p.a. im Vorjahr auf 2,02 % p.a. per 31.12.2025 erhöhte.
- Im Jahr 2025 konnte die zweite grüne Säule in der Finanzierungsstrategie weiter ausgebaut werden und es wurden in Summe 6,1 Mrd. EUR neue grüne Wertpapiere begeben. Die Nutzung aller zur Verfügung stehenden grünen Finanzierungsinstrumente ermöglichte eine weitere Diversifizierung der Investorenbasis. Das indikative grüne Finanzierungsvolumen wird im Jahr 2026 voraussichtlich bei rund 6,0 Mrd. EUR liegen (das tatsächliche Emissionsvolumen der grünen Anleihen hängt von den verfügbaren grünen Ausgaben aus der Budgetumsetzung der Jahre 2025 und 2026e ab und wird Mitte 2026 festgelegt). Mittel-/langfristige grüne Finanzierungsinstrumente werden auch im Jahr 2026 die Basis der grünen Emissionen bilden, während kurzfristige Finanzierungen bis zu 20 % der gesamten grünen Finanzierungen 2025 ausmachen werden.
- Am 29. Januar 2025 begab Österreich die weltweit erste syndizierte grüne Staatsanleihe in Schweizer Franken. Dies war zugleich die erste CHF-Emission der Republik seit 2009.
- Im Juni 2025 veröffentlichte die Österreichische Bundesfinanzierungsagentur den Green Investor Report 2024, den Bericht über die Mittelverwendung und erzielten Klima- und Umweltauswirkungen der grünen Finanzierungen des Bundes. Der Bericht für 2025 wird Mitte 2026 veröffentlicht werden.
- Seit Juni 2025 steht Bundesschatz, das Online-Anlageprodukt der Republik Österreich, auch öffentlichen Einheiten zur Verfügung. Durch die Bündelung der Liquidität innerhalb des Gesamtstaats kann die Maastricht-Schuldenquote gesenkt werden. Zum 31. Dezember 2025 belief sich das gesamte Anlagevolumen auf mehr als 7,5 Mrd. EUR, wovon über 2 Mrd. EUR von öffentlichen Einrichtungen stammten. Insgesamt wurden bis Jahresende 2025 mehr als 145.000 Konten eröffnet.
- Die öffentliche Schuldenquote erhöhte sich von 80,0 % auf 81,5 % und das Maastricht-Defizit lag im Jahr 2025 bei -4,2 %.
- Finanzierungsplan 2026: Für 2026 wird ein Finanzierungsvolumen zwischen 43 und 47 Mrd. EUR erwartet, das durch Bundesanleihen aufgenommen wird (2025: 45,0 Mrd. EUR). Bei kurzfristigen Finanzierungsinstrumenten ist eine leichte Erhöhung des Bestands um 2 bis 4 Mrd. EUR geplant. Per 9. April 2026 wurden bereits über 45 % des RAGB-Volumens begeben.
